Keck (Sänger der Punkband Schmachwanderunk) war so freundlich und hat einen Bericht vom Out of Order 2006 geschrieben, wo er seine persönlichen Eindrücke und Erlebnisse  vom Wochenende schildert:


Konzertbericht Out of Order Festival 2006


"Jedes Jahr zur selben Zeit sind wir wieder da". Dieses Zitat aus dem Song Punkerurlaub der längst nicht mehr existierenden Comedypunkrocklegende Orang Utan Klaus aus Potsdam, könnte für Schmachwanderunk, aufs jährliche Out of Order Festival in "Medewitz-Trekka-fahn-City" zutreffen.

Beim Diesjährigen Stattfinden dieses Jugenduntergrundrockmusikeventes der Superlative, Sollte man in den Genuss einer Premiere kommen, nicht nur, dass der etwas langweilige Name "Rock for Fun" gegen den nach Rebellion und Aufruhr klingenden Namen "Out of Order" ausgetauscht wurde, es sollten dieses Jahr auch statt an einem Tag 5 Bands, an 2 Tagen 10 Bands ihr musikalisches Können unter Beweis stellen. Am Freitag standen da auf dem Plan: SILENT DIARY, CHILLGROUND, SICKWARD, F.A.D., und BLUTIGER OSTEN. Samstag sollten mit Musik und gelang unterhalten: Fat Chaplin, The Broken Faith in Saints, Calico, Schmachwanderunk sowie Mandala.
Am Freitag sollte es um 20 Uhr losgehen also machte man sich mit obligatorischer Verspätung, um 20.30 Uhr auf den Weg nach Medewitz. Auf der Fahrt dorthin konnte man einmal mehr die wunderschöne Landschaft des Hohen Flämings bestaunen mit all ihren Feldern, Wiesen, Wäldern, Feldern, Wiesen, Wäldern, na jedenfalls bin ich im Schmachwanderunk Punkrockmobil von diesen überwältigenden Eindrücken eingeschlafen, Micha Fahrer und Gittarist blieb wach um sich von der unglaublich vielfältigen Landschaft, zu neuen Gitarrensolos alla Jimmy Hendrix inspirieren zu lassen. Irgendwann kamen wir dann auch (Micha inspiriert, ich ausgeschlafen) in Medewitz an und wollten voller Inbrunst direkt aufs Festival Gelände stürmen. Leider regnete es und man machte es sich unter der Kofferraumklappe unserer Bandlimusine bequem. Man zelebrierte das Jahrhunderte alte Ritual des Biertrinkens um den Regen zu überbrücken. Leider hatte die erste Band des Abends, Silent Diary, schon losgelegt und man konnte ihnen nur aus der Ferne lauschen, Emo Rock mit Frauen Gesang, mehr kann ich dazu nicht sagen, da man sich aus 100 Meter Entfernung kein objektives Urteil bilden kann. Als nächstes waren dann Cillground am Start, leider habe ich auch die nicht sehen  können, da DJ Schimpagner vehement darauf behaarte, dass ich ihm beim Zeltaufbau helfen solle. Dies tat ich dann auch, stellte mich aber so dumm dabei an, das DJ Schimpagner sich in eine Wutschnaubende Wildsau verwandelte und den unschuldigen Ragösener  Dorfpunk Akka unter Androhung von Folter dazu Zwang meinen Posten als Zeltaufbauhelfer zu übernehmen. So das Zelt war aufgebaut und nun stand eigentlich nichts mehr im Weg den Weg aufs Gelände einzuschlagen denn dort sollte die Cammeraner Hardcore Band Sickward aufspielen. Jedoch stand Urplötzlich der Alteherrenpunkrockverein Blutiger Osten vor unserem Tourbus und fing an unsere Bierreserven zu plündern. Man unterhielt sich über dieses und jenes, beschenkte sich Untereinander mit Blumenkränzen und Freundschaftsarmbändern und tauschte die ein oder andere sexuelle Geste aus. Nach diesem stundenlang andauernden Ritual der Liebe, Einigkeit und Freundschaft hatte ich es auch geschafft Sickward zu verpassen und machte mich endlich auf den Weg zur Bühne wo die Belziger Punkrockformation F.A.D. (was das jetzt ausgesprochen heißt möchte ich aus Tierschutzrechtliche Gründen nicht erwähnen). F.A.D. spielten Punkrock teils eigene Songs teils Coversongs alles in allem gar nicht so schlecht, allerdings fand ich die im letzten Jahr irgendwie besser, kann aber auch am Alkoholpegel gelegen haben. Das Publikum war jedenfalls begeistert und würdigte die 5 jungen Herren mit einer Pogoeinlage. Nach F.A.D. war dann erstmal ne kurze Umbaupause und ich kümmerte mich um Biernachschub (Vielen Dank an Matze der uns auch am Freitag schon ordentlich bewirtete). Hier trat dann Maria "das Mädchen für alles" an mich heran und teilte mir mit, man wolle ein Interview mit dem Sänger von Schmachwanderunk für irgendwas, das war eine Premiere in meiner bisherigen Rockstarkarriere, ein echtes Interview, Wahnsinn ich war den Tränen nah und mein Puls lief auf 1060. Maria (vielen Dank) führte mich zu einem Professionellen Kamerateam, ich nehme an extra aus einer professionellen Kamarateamgegend eingeflogen, und man stellte mir Fragen über verschiedene Dinge und Angelegenheiten. Ich weiß nicht mehr so recht wie das Interview verlaufen ist, aber ich hoffe ich bekomme irgendwann mal was zu sehen davon. Nach dem Interview schnell zurück vor die Bühne denn gleich sollte Blutiger Osten zum Tanz  aufspielen. Was soll man sagen, diese Brandenburger Elektroformation weiß einfach zu überzeugen, Schneller melodiöser Dancefloor mit  Frauengesang und deutschen Texten "Herz an Herz hörst du mich SoS ich Liebe Dich".Einfach nur genial, ich habe beim Pogo konditionelle Höchstleistung bewiesen und tanzte von der ersten bis zur letzten Minute, Wahnsinn. Danach war dann erstmal Schluss und mein Erinnerungsvermögen verlässt mich hier auch, ich kann mich nur noch an einen verrückten Traum erinnern, in dem Blutiger Osten sich als Punks verkleidet hatten und ein Millionenpublikum mit Hits wie: Dieb von Bagdad, Bullenmädchen, Paranoia oder Akne Erna begeistert haben, verrückt nicht wahr.
Am nächsten Morgen wachte ich hitzebedingt sehr zeitig auf und begann mit einem zünftigen Bier, Bratwurst, Steak und Kaffee Frühstück. Dieses Ritual zog sich dann über den gesamten Vormittag, bis in den frühen Nachmittag hinein. In der Zwischenzeit hatte man sich auch schon mit anderen Bewohnern des riesigen Campingeländes angefreundet und bewarf sich gegenseitig mit Essensresten. Nach dieser ersten Sportlichen Einlage sollte nun kurz darauf die 2. folgen. EinVolleyballturnier auf dem anliegenden Volleyballfeld. Unser Team bestand aus 4 Leuten, das andere Team aus 5, 4 Feldspielern und dem Schiedsrichter. Ich glaube dies war auch der Grund für die Niederlage unseres Teams, wir hatten nämlich keinen eigenen Schiedsrichter. Nach drei Spielen und 2 unfairen Niederlagen hatte ich die Nase  voll, bewapnetete mich mit meinem Schlafsack und suchte mir ein kühles Fleckchen um live einen Mittagsschlaf zu performen. Nach 4 Stunden und mehreren Schlafplatzwechseln wachte ich dann pünktlich um 19.00 Uhr auf, um die erste Band des Abends, Fat Chaplin, zu begutachten. Fat Chaplin erinnerten mich irgendwie an ne Mischung aus Bon Jovis und Metallica, sie klangen ziemlich professionell und machten den Eindruck als beherrschten sie ihre Instrumente recht ordentlich. Selber bezeichnen sie ihre Musik wohl als Stoner Rock, da ich mir davon aber leider überhaupt keinen Begriff machen kann, kann ich nicht sagen, ob sie gut gestonerrockt haben oder nicht, mir hat’s jedenfalls gefallen. Nach Fat Chaplin folgte dann "The Broken Faith in Saints" Rock aus Potsdam. Konnte ich nicht so recht viel mit anfangen, nicht meine Musik, aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Danach folgten Calico, Metalcore aus Berlin, hart schnell und laut. Hatte keine Zeit mir deren Auftritt anzusehen da ich mit DJ schimpagner noch unsere Bühnenshow vorbereiten musste wozu das Ausweiden eines 1,50m großen Stoffbärens zählte dessen Inneres fleißig in Säcke gefüllt wurde um es über dem tanzenden Publikum zu verstreuen. Nach einer schier endlosen Fege- und Umfüllaktion im Vorbereitungsraum machten wir uns auf den Weg zur Bühne um einmal mehr Medewitz mit unserem 3 Akkorde Brathuhnpunk zu schockieren. Nach einem obligatorischen Anti Gammler Intro von Freddy Quinn betraten  wir die Bühne. DJ schimpagner hatte sich zur Feier des Tages den Kopf des zuvor  ausgeweideten Teddybären aufgesetzt und war lediglich mit einer Windel bekleidet, Fabi hatte eine modische Jeanshotpents an um die Frauenherzen höher schlagen zu lassen, Micha hatte sich als Dacki verkleidet und spielte Schlagzeug und Dacki hatte sich als Micha verkleidet und spielte Gitarre, meine Wenigkeit hatte den leblosen Torso des Teddybären an um Bruno dem erschossenen Bären zu huldigen. Eigentlich wollten wir uns nicht die Mühe machen tatsächlich live zu spielen, wir wollten einfach unsere Cd laufen lassen und Playback spielen, da schließlich auf unseren Konzerten eh alle besoffen sind, bekommt das eh keiner mit. Leider übertrieb Micha äh Dacki es ein wenig und stellte mitten im Lied die Gitarre hin um dem exeszieven Biergenuss zu frönen und der ganze Schwindel flog auf. Also spielten wir live und stümperhaft wie eh und je den Leuten ein Brathuhnpunkgewitter ins Gesicht und ernteten sogar den ein oder anderen Applaus und manch ein anwesender Punkrocker verzog sogar die ernste Punkermiene (Punks understand no fun) zum lächeln. Pogo gab’s auch und Dj Schimpagner veranstaltete vor und auf der Bühne eine riesengroße Sauerei mit Plüschbäreingeweiden. Der Bier Nachschub funktionierte, dank Matze und Maria, auf der Bühne ohne Beanstandung und das Konzert endete in einer Orgie ungezügelten Alkoholgenusses.
Nach uns musste dann erst mal die Bühne gefegt werden und die letzte Band Mandala musste ein wenig länger als geplant auf ihren Auftritt warten. Mandala aus Luckenwalde begeisterten mit schnellem druckvollem Rock'n'roll die Massen und machen auch nicht erst seit gestern Musik was der aufmerksame Zuschauer deutlich merkte.
Nach Mandala war dann auch der musische Teil des diesjährigen Out of Order Festivals vorbei. Nun konnte man sich getrost dem Bierkonsum widmen der auch vor Sonntagmittag kein Ende nehmen wollte. An dieser Stelle noch mal Danke an die ganze Crew des Out of Orders. Es war ein herrliches Wochenende und see you next year.
Achso auch erwähnt werden soll hier noch Heinrich unser Band Boy, er hat uns mal wieder treue Dienste als persönlicher Sklave geleistet, danke.
Keck